Internetkauf ist wunderbar – aber diese 7 Dinge nerven ohne Ende

Internetkauf ist wunderbar – aber diese 7 Dinge nerven ohne Ende

Würden jetzt mit einem Fingerschnipp sämtliche Onlineshops des Planeten nicht nur ihre Arbeit, sondern auch die Onlinepräsenz einstellen, dann hätten wir ein Problem. Doch so viele Loblieder man auf diese Form des Einkaufens singen kann, sie hat auch ein paar Eigenheiten, die einfach nur schrecklich nerven. Und dazu muss man wirklich kein Shopaholic sein.

Jeder kennt diesen Onlineshop. Er ist das Internet-Äquivalent zum Laden in der Seitenstraße der Einkaufszone, wo man sich immer fragt, wie der Besitzer annehmen konnte, es wäre möglich, Ware, Tresen und sich selbst hinein zu quetschen und dann immer noch Platz für Kunden zu haben, ohne dass diese bei jeder Bewegung Gefahr laufen, irgendeinen Ständer unabsichtlich umzuwerfen. Das sind solche Online-Stores, bei denen man irgendwas irgendwann für einen Centbetrag bestellt hat und die einen seitdem jeden zweiten Tag mit Newslettern bombardieren und das Abmelden funktioniert einfach nicht. Das nervt höllisch, oder? Wer dabei zustimmend nickt, der wird es auch bei unseren weiteren Nerv-Punkten tun.

1. Google geklickt, nichts gefunden

Zum Anfang gleich ein echter Puls-Hochtreiber. Man googelt eine genauere Produktbezeichnung. Nichts Allgemeines wie „Herren-Sneaker“, sondern in die präzisere Richtung samt Herstellerbezeichnung und vielleicht auch Modellname. Kurz: Man macht es dem lieben Google so einfach wie möglich und filtert gleichsam sämtliche Sachen heraus, die man nicht sehen will. Und et voila, Google liefert eine Liste an diversen Shops, die von sich behaupten, genau das auf Lager zu haben. Man klickt auf einen davon und dann…

„Entschuldigung, das Produkt, das Sie suchen, gibt es bei uns leider nicht.“

Da möchte man am liebsten ausrufen „ja warum zum Geier wird mir euer Laden dann bei der Suche angezeigt???“

Das liegt häufig daran, dass der Shop dieses Produkt mal hatte, jetzt aber nicht mehr. Doch statt die Produktseite rauszunehmen, ließ der Betreiber sie drin – vielleicht weil er denkt, dass Leute dann wenigstens auf seinem Shop weiterstöbern. Da kommt die hochkomplizierte Arbeitsweise von Google ins Spiel. Dessen Algorithmen sehen nur die einmal erstellte Seite, nicht, ob diese noch bestückt oder aktuell ist.

2. Sie sind leider 14 Cent unter dem Mindestbestellwert

Onlineshop
Foto: fotolia.com / pathdoc

Es dürften schon einige Laptops und Smartphones deswegen ihr Leben durch spontane Zerstörungswut vorzeitig ausgehaucht haben. Man hat Stunden damit verbracht, sich wie ein digitaler Indiana Jones durch den Shop-Dschungel zu kämpfen, hat eine lange Abfolge von bösartigen Klick-Fallen (siehe nächster Punkt) überwunden, drückt gerade auf den Bestellbutton…

„Leider haben sie unseren Mindestbestellwert von (hier lächerlich hohen Betrag einfügen) nicht erreicht. Sie brauchen noch XY Euro, um bestellen zu können“.

Das wird umso pulstreibender, je geringer der Betrag ist, mit dem man tatsächlich von dieser ominösen Mindestbestellmenge entfernt ist. Und wirklich keiner weiß, warum Firmen noch zu diesem unsinnigen Mittel greifen, wenn man als Kunde sowieso die Liefergebühren zahlen muss.

Übrigens auch ein „Hit“: Erst auf der allerletzten Seite werden Mehrwertsteuer, Versand- und Verpackungspreise sowie „Vergnügungssteuer“ aufgeschlagen. Aus der 50-Euro-Bluse wird dann plötzlich ein 96,37 Euro teurer Schatz.

3. Die Formular-Polonaise

Eigentlich ist es ganz einfach: Ware in Warenkorb werfen, Name, Adresse und Zahlungsweise eingeben, „Bestellen“ drücken. Doch scheint dieses zutiefst kundenfreundliche Prinzip manchem so geheimnisvoll zu sein wie die Funktionsweise des Internets selbst. Anders kann man sich nämlich nicht erklären, warum es Shops gibt, die einen über bis zu zehn Seiten und mehr leiten, bis sie einem endlich die Gnade gewähren, bei ihnen zu kaufen. Seiten, auf denen man dann auch schon froh ist, dass sie nicht noch den Mädchennamen der Großmutter bei der Eingabemaske und den Namen seines ersten Plüschtiers verlangen – und das, obwohl die DSGVO ja gerade solchen Datenhunger bei Strafe einbremsen soll. Und noch viel verwunderlicher ist es, dass solche Shops die gesamte Jugendzeit der Onlineshoppingwelt bis heute überlebt haben.

4. Haben Sie uns vergessen?

Es gibt Produkte, die kauft man einfach am liebsten auf Rechnung, weil dabei die Gefahr hoch ist, dass man sie sowieso zurückschickt. Und selbst wenn man auf andere, direkte Weise bezahlt, hakt es oft noch – obwohl man eigentlich ja meinen sollte, dass ein durchdigitalisierter Betrieb damit gar keine Probleme hat. Eine Lieferadresse, Bestellnummern, den Status von all dem auf dem Firmenserver. Da kann es ja gar keine Verwechslungen geben.

Wer glaubt, dass das ausreichen würde, hat die Rechnung ohne den (Volks-)Wirt gemacht. Denn oft genug bekommt man Mahnungen, obwohl man die Rechnung längst überwiesen hat, liegen irgendwelche im halbdrohenden Ton verfassten Forderungsbriefe im Kasten, obwohl man per PayPal zahlte. Und ja, manchmal vergessen die Betreiber auch, einem überhaupt eine Rechnung zu schicken – nur um sie dann sieben Monate später nachzureichen. Gut, die ersten beiden Fälle sind nervig aber meist nur einen Anruf von der Klärung entfernt. Die vergessene Rechnung ist indes ein Fall für sich. Denn da gelten strenge Regeln und Fristen – und der Kaufpreis verjährt erst nach drei Jahren. Praktisch bedeutet das: Man kann Ende 2015 etwas bestellt haben, hat selbst die Rechnung vergessen und der Händler die Mahnung und trotzdem hat er jetzt noch reichlich Zeit, einem die Rechnung zu präsentieren.

5. Sie wollen Produktbilder ranzoomen? Lol!

Dieser Punkt ist deshalb so unheimlich nervig, weil er überall passiert, selbst auf Amazon und den anderen ganz Großen im Business. Man klickt auf ein Produktbild, weil das eben der gar-nicht-so geheime Internetcode dafür ist „ich möchte dieses Bild gerne groß sehen, damit ich das Produkt genau betrachten kann“.

Leider versteht die Seite das dann oftmals entweder als „Ich zeig dir das Bild mal in gleicher Größe aber mit geblurrtem Hintergrund“ oder alternativ „Ich rechne das 400×200 Pixel große Thumbnail jetzt auf 2800×1400 hoch, viel Spaß beim Pixel-Puzzle“. Bloß bekommt man eben kein kristallklares großes Bild gezeigt. Und auch dafür gilt: In einer Epoche, wo Smartphones Profi-Digitalkameras in die Tasche stecken, ist es absolut unverständlich, warum es dieses Überbleibsel aus der 56k-Modem-Zeit noch gibt.

6. Schicken Sie uns ihre Dukaten per Pony-Express zu

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Es gibt gefühlt hundert verschiedene Zahlungsmethoden, die nur deshalb entstanden, um Bezahlen im Internet zu einer einfachen und schnellen Sache zu machen. Methoden, die sowohl dafür sorgen, dass der Verkäufer keine Angst um sein Geld haben, muss wie der Käufer keine um die Ware. Trotzdem gibt es genug Shops, die kennen genau zwei Zahlungsarten: Vorab-Überweisung und Kreditkarte. Na wenigstens wollen sie kein Bares per Post zugeschickt bekommen oder Geld per Telegramm angewiesen bekommen – so wie man es aus den guten alten Spencer-Hill-Filmen noch kennt.

Leider haben wir aber nicht mehr die 70er und es gibt genug Ausweichmöglichkeiten – von denen viele Händler sie nur deshalb nicht anbieten, weil sie monatlich oder pro Transaktion ein paar Euro Gebühren kosten. Allerdings sollte man sich dann schon fragen, ob man echt bei einem Shop kaufen möchte, dessen Geschäftsmodell so miserabel läuft, dass er sich die 1,9 Prozent der erhaltenen Summe plus 35 Cent PayPal-Gebühr nicht leisten kann.

7. Größe 36 (wie sie in „Groß-Mokkassinien“ definiert wird)

Dieser Punkt existierte schon in der Offline-Welt, aber durch das globalisierte Shopping-Erlebnis namens Internet wurde er gigantisch: Shops geben eine Größe an. „Ja, die Zahl kommt einem bekannt vor, könnte passen“ – denkt man sich. Was dann ein paar Tage später eintrudelt, scheint dann entweder für ziemlich übergewichtige Kinder gemacht worden zu sein oder für unmenschlich schlanke Riesen. Bloß entspricht keine der Abmessungen irgendetwas, das man als europäischer Klamottenkäufer kennt.

Denn das ist der Nachteil: Viele Händler übernehmen einfach nur die Größenangabe ihres Lieferanten. Wenn der in China sitzt oder an irgendeinem anderen Ort der Welt, wo Größen anders gehandhabt werden (weil sie nicht genormt sind), dann passiert sowas. Und es nervt.