Bisexuelle Promis – Viele Frauen und kaum Männer, die sich trauen

Bisexuelle Promis – Viele Frauen und kaum Männer, die sich trauen

Der 23. September ist der Tag der Bisexualität. Und da die sexuelle Orientierung von berühmten Persönlichkeiten immer ein Thema ist (über die Sinnhaftigkeit der Thematisierung hat sich der Autor bereits hier Gedanken gemacht), stellt er auch eine gute Gelegenheit dar, zu schauen, wer sich öffentlich bekennt, zweigleisig zu lieben. Nicht überraschend, aber trotzdem bemerkenswert, ist, dass bisexuelle Promis überwiegend unter der Venus-Flagge segeln.

Es sind zumindest überwiegend die Frauen der Zunft, die aus ihrer Bisexualität kein Geheimnis machen. Lady Gaga, Angelina Jolie, Megan Fox, Christina Aguilera, Drew Barrymore, Cynthia Nixon oder Kesha sind nur ein paar besonders prominente Beispiele dafür. Sie alle sprechen offen über ihre Offenheit und machen auch kein Geheimnis daraus, mitunter richtige Beziehungen mit Frauen geführt zu haben.

Dass sich die männlichen Kollegen deutlich schwerer tun, der althergebrachten Erkenntnis, dass ein bisschen bi nie schaden kann, öffentlich zu frönen, liegt wohl kaum daran, dass es bei ihnen nicht so verbreitet ist. Aber Frauen tun sich eben generell bedeutend leichter, Gefühle zu zeigen. Und die Einsicht, dass das weibliche Geschlecht im Regelfall mit allgemeingültigeren Reizen aufwarten kann als das männliche, tut wohl ihr Übrigens zur Verschwiegenheit auf Herrenseite. Während bei den Ladys der Gedanke an gleichgeschlechtliche Liebe im Zweifelsfall das Kopfkino und damit die Zuneigung der Fans eher ankurbelt, sorgen sich die Männer, die auf die Ausstrahlung von betonter Männlichkeit angewiesen sind, schon eher um ihren Ruf. Ein Problem, das rein homosexuelle Kollegen nicht teilen: Von ihnen gibt es längst mehr als genug Beispiele, die sich offen zu ihrer sexuellen Orientierung bekennen.

Bisexuelle Promis: Diese männlichen Ausnahmen bestätigen die Regel

Ein paar männliche bisexuelle Promis haben wir dann aber doch gefunden: Von diesen vier Kandidaten sind zwei welche, bei denen es einen nicht wirklich überrascht, sondern eher hervorragend zum Image passt – ganz im Gegensatz zu den beiden anderen.

David Bowie

Der 2016 gestorbene Ausnahme-Sänger schlüpfte seit jeher in verschiedene Rollen, bei denen er mit sexueller Identität spielte und die mitunter erheblich von Travestie-Ästhetik geprägt war. 1976 äußerte er sich in einem Playboy-Interview folgendermaßen: „Es stimmt, ich bin bisexuell. Ich glaube, es ist das beste, was mir jemals passiert ist. Spaß macht es auch.“
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Cary Grant

Im Gegensatz zu Bowie äußerte sich die Hollywood-Legende Zeit ihres Lebens nicht zu ihrer Bisexualität, was vor allem auch der Zeit (seine Karriere-Hochzeit war von den Vierzigern bis in die Sechziger) und seinem Image als männlichem Edelmann geschuldet sein dürfte. Zwischen seinen beiden Ehen lebte er allerdings zwölf Jahre lang mit einem Mann zusammen, dem Schauspieler-Kollegen Randolph Scott.
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Wolfgang Joop

Wer in den letzten Jahren Notiz von dem Star-Designer genommen hat (etwa bei Germany’s Next Topmodel), den mag eher die Erkenntnis überraschen, dass sich Joop auch zu Frauen hingezogen fühlt. Aber immerhin war er 15 Jahre lang verheiratet und hat zwei Kinder. Nach der Scheidung outete er sich und lebt in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung, seit 2013 sogar in Form einer eingetragenen Partnerschaft.
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Billy Joe Armstrong

Einerseits ist er als Sänger von Green Day ein harter Rockstar – andererseits ist er als Punkrocker mit Leib und Seele jemand, der kein Blatt vor den Mund nimmt und sich erfrischend wenig darum schert, was andere über ihn denken könnten. Entsprechend offensiv thematisierte Billy in Interviews auch seine Bisexualität: „Ich glaube, ich war schon immer bi. Ehrlich gesagt glaube ich, dass wir alle von Natur aus bi sind. Aber unsere Eltern und die Gesellschaft bringen uns bei, dass man das nicht fühlen darf. Dass es ein Tabu ist. Das ist so in unseren Köpfen. Aber es ist nicht schlimm, im Gegenteil: es ist etwas Wunderschönes!“

Ein schönes Schlusswort!

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