Tragisch, skurril & emotional: 5 Welthits und ihre Geschichte dahinter

Welthits und ihre Geschichten
Lisa-Marie Yilmaz
11.02.2019

Die besten Geschichten schreibt das Leben – so ist es oftmals auch in der Musikindustrie, denn hinter zahlreichen Songs, die zum Welthit wurden, steckt eine tragische, emotionale oder ganz einzigartige Historie. Wir blicken auf fünf Welthits und ihre Geschichte dahinter und garantieren eines: Gänsehautmomente, aber auch etwas zum Schmunzeln.

Es gibt Songs, die aus einer Laune heraus entstehen, andere werden binnen weniger Minuten auf eine Serviette oder einen Bierdeckel geschrieben – und hinter wiederum anderen Tracks steckt eine Geschichte, die vielen Menschen vielleicht gar nicht so bewusst ist. So ist es bei den folgenden fünf Songs, mit denen der jeweilige Interpret zwar Wahnsinns-Erfolge feiern durfte, viele von uns die dazugehörige Wahnsinns-Geschichte aber gar nicht kennen …

Grund genug, einen Blick auf fünf Welthits und ihre Geschichte dahinter zu werfen!

1

Eric Clapton: „Tears In Heven“

Irgendwie fühlt es sich nach verkehrter Welt an, wenn man darauf blickt, welch tragischen Hintergrund der erfolgreichste Song von Eric Clapton hat. In dem Megahit Tears In Heaven verarbeitet der Sänger nämlich den Unfalltod seines Sohnes Connor. Dieser war im Alter von vier Jahren in New York City aus einem Fenster im 53. Stock eines Appartementhauses gestürzt. Die Haushälterin hatte damals das Fenster zum Lüften geöffnet gelassen, der spielende Junge fiel durch das Fenster auf ein Nachbargebäude und war sofort tot. Clapton schrieb mit dem Track Musikgeschichte – ein Trost war dies jedoch nie.

2

The Boomtown Rats: „I Don't Like Mondays“

I Don’t Like Mondays ist ein Hit, den sicherlich jeder von uns an einem Montag auf dem Weg zur Arbeit schon einmal vor sich hergesummt hat. Kennt man jedoch die Bedeutung hinter dem wohl größten Erfolg von Bob Geldof und seiner Band The Boomtown Rats, vergeht einem das Summen: An einem Montag, genauer gesagt am 29. Januar 1979, schoss die 16-jährige Brenda Ann Spencer mit einem Gewehr aus einem Fenster ihres Elternhauses auf die nahe gelegene Grover Cleveland Elementary School in San Diego. Mit den Schüssen tötete die Schülerin den Schulleiter sowie den Hausmeister. Ein Polizist und acht Schüler wurden bei dem Attentat verletzt. Bei ihrer Verhaftung sagte sie als Begründung für ihre Tat: „I don’t like mondays. This livens up the day.“ (deutsch: Ich mag keine Montage. Dies belebt den Tag.)

3

Neil Diamond: „Sweet Caroline“

Im Jahr 1962 sah Neil Diamond auf dem Cover einer amerikanischen Zeitschrift ein junges Mädchen in Reitklamotten auf seinem Pony sitzen. Bei diesem Mädchen handelte es sich um Caroline Kennedy, die damals fünfjährige Tochter des amtierenden US-Präsidenten John F. Kennedy. Die Szenerie und optische Aufmachung des Titels inspirierte Neil Diamond sieben Jahre später noch immer und so kam es, dass er Sweet Caroline schrieb – und damit bis heute große Erfolge feiert. Übrigens: Es sollten fast 40 Jahre vergehen, ehe der Sänger seine damalige Inspiration persönlich kennenlernen durfte: Die beiden trafen sich 2007 zum ersten Mal.

4

Van Halen: „Jump“

Van Halens Jump ist eine Hymne, die auf keiner guten Party fehlen darf – und dennoch ist die Story, die hinter dem Welthit steckt, so gar nicht zum Feiern. Sänger David Lee Roth sah eines Abends in den Nachrichten einen Selbstmörder auf dem Dach des Arco Towers in Los Angeles. Passanten wurden gefilmt, die auf der Straße standen und dem Lebensmüden „Spring nicht!“ zuriefen. David Lee Roth hingegen dachte nur „Tu es doch einfach. Spring!“ Diese Situation, so skurril sie auch ist, war die Inspiration, Jump zu schreiben – und es sollte sich lohnen: Der Song biss sich 16 Wochen lang in den deutschen Top 10 der Single-Charts fest.

5

Nena: „99 Luftballons“

99 Luftballons von Nena ist DER Hit der Neuen Deutschen Welle und darf auf keiner NDW-Party fehlen! Entstanden ist der Song vor den Hintergründen der letzten Phase des Kalten Krieges in den 1980er-Jahren in Deutschland. Die Angst vor einem Atomkrieg wuchs und innerhalb der Bevölkerung formierten sich Friedensbewegungen. Die finale Idee für die Lyrics kam Nenas Gitarristen Carlo Karges im Jahr 1982 und zwar während eines Konzertes der Rolling Stones in West-Berlin, bei dem zahlreiche Luftballons in Richtung Himmel aufstiegen. Er fragte sich, was wohl geschähe, wenn eben diese Ballons über die Grenze nach Ost-Berlin treiben würden und wie die Volkspolizei darauf reagieren würde. Die Idee für einen Song war geboren …