Skurril! Ausgerechnet Erdogan nutzt Facetime!

Fabian Langkamp
16.07.2016

Der überraschende Putschversuch von Teilen des Militärs in der Türkei elektrisiert die ganze Welt. So undurchsichtig die ganze Situation in der Nacht von Freitag auf Samstag war, so skurril wirkte auch dieser Moment: Ausgerechnet Recep Erdogan, ein Gegner sozialer Medien und digitaler Kommunikation, wandte sich via Facetime an sein Volk.

https://youtu.be/5dbAW4TvAVY

Als erste Reaktion auf den Putschversuch von Teilen des Militärs ließ er sich – angeblich aus seinem Urlaubsort – via Facetime mit dem Nachrichtensender CNN-Türk verbinden. Sein Ziel: Stärke demonstrieren und die Bevölkerung dazu aufrufen, auf die Straße zu gehen und sich gegen den Putschversuch zu stellen. Die Nachrichtensprecherin hatte alle Hände voll zu tun, um einerseits mit dem Präsidenten zu sprechen und andererseits das iPhone so ins Bild zu halten, dass die TV-Zuschauer Erdogan erkennen konnten.

In der Not frisst der Teufel Fliegen!

Viele Menschen trauten ihren Augen kaum, denn eigentlich präsentierte sich Recep Erdogan bisher als ausgesprochener Gegner sozialer bzw. digitaler Medien. Die Nachrichtenagentur Bloomberg zitierte den türkischen Staatschef in der Vergangenheit folgendermaßen: „Für mich sind die sozialen Medien die schlimmste Bedrohung der Gesellschaft.“ Dass nun ausgerechnet Erdogan dem Chat-Dienst aus dem Hause Apple vertraute, ist wohl am ehesten mit dem Sprichwort „In der Not frisst der Teufel Fliegen“ zu erklären. Konsequent ist anders!