Warum das abgefahrenste Gadget auf der IFA 2018 auch das sinnloseste ist [Kommentar]

Warum das abgefahrenste Gadget auf der IFA 2018 auch das sinnloseste ist [Kommentar]

Derzeit lockt wieder die Internationale Funkausstellung technikaffine Menschen nach Berlin. Alles, was den Alltag digital erleichtern und bereichern kann (und wird), gibt es hier zu bestaunen – und manche der auf der IFA 2018 vorgestellten Gadgets sind so bekloppt, dass sie – wenn schon nicht sinnvoll – zumindest lustig und im Rahmen der Ausstellung selbst eine Bereicherung sind.

Wem ultraleichte Notebooks, Hochkant-Computermäuse, Pestizid-Sensoren für die Küche oder Wecker, die einen mit Gerüchen aus dem Schlaf holen sollen, zu langweilig sind, der sollte sich den Stand von Acer genauer anschauen. Denn dort gibt es mit dem Predator Thronos ein Gerät zu bewundern (und auszuprobieren), bei dem jedem Hardcore-Gamer die Hose, äh, das Herz aufgehen sollte: Ein Gaming-Sessel, der Platz für einen Rechner, drei Bildschirme und natürlich die Spieler selbst bietet. Das Metall-Monstrum hat außerdem bunte LEDs in wechselnden Farben und jede Menge Servomotoren zu bieten, mit denen das Zocken um eine haptische Dimension erweitert wird.

 

Ein Highlight der IFA 2018 – aber trotzdem sinnlos

So weit, so strange – aber wer zur Hölle soll das Ding kaufen? Selbst diejenigen, die Nerd mit Leib und Seele genug sind, um sich für ein monströses Gerät – das aussieht wie ein von Darth Vader designter Zahnarztstuhl – in der Wohnung nicht zu genieren, schrecken wohl größtenteils beim Anschaffungspreis zurück. Der ist wohlweislich noch nicht bekanntgegeben, dürfte aber locker im fünfstelligen Bereich liegen. Wer grundsätzlich so viel Kohle über hat, sollte mit einberechnen, dass er auch eine Wohnung bezahlen muss, die einen extra Raum übrig hat, in dem man das Freak-Gadget verstecken kann.

Aber selbst wenn man das alles ausblendet: Wer scharf genug auf wirklich intensive Gaming-Erlebnisse ist, um Geld in die Nummer zu investieren, schielt längst nach VR-Brillen. Die sind vergleichsweise günstig, bringen einen noch viel direkter ins Geschehen – und sehen wenigstens nur bescheuert aus, wenn man sie aufhat. Und schließlich stolpert man bei der Frage nach dem Sinn des Predator Thronos auch noch darüber, dass er nichtmal als zukunftweisende Machbarkeitsstudie taugt, sondern einfach nur ein größenwahnsinniges Ensemble altbekannter Gaming-Utensilien ist.

Von daher bleibt zu hoffen und anzunehmen, dass der bizarre Koloss in erster Linie Publikum an den Acer-Stand ziehen und Berichterstattung generieren soll – was zweifellos gelingt, wie nicht zuletzt dieser Artikel beweist. Von daher ist es wahrscheinlich seinerseits ziemlich sinnlos, nach dem tieferen Sinn von Erfindungen wie dieser zu fragen …