Fußballer tot aufgefunden: Wenn ein „R.I.P.“ einfach zu wenig ist …

Fußballer tot aufgefunden: Wenn ein „R.I.P.“ einfach zu wenig ist …

Die Fußballwelt steht unter Schock: Der italienische Fußballer Davide Astori wurde leblos im Spielerhotel aufgefunden. Der Innenverteidiger wurde nur 31 Jahre alt. Niemand kann es fassen, dass der beliebte Fußballer tot ist. Doch wie soll man mit solch einer Nachricht umgehen – auf diesen Fall bezogen und ganz allgemein? Torwart-Legende Gianluigi Buffon entschied sich für einen Weg, den er sonst niemals gehen würde. Er postete einen bewegenden Brief – vor allem um Astoris hinterbliebener Tochter zu sagen, welch ein toller Vater er war.

Wenn ein prominenter Mensch aus dem Leben scheidet, sind die Reaktionen darauf immer auch ein schmaler Grad. Sollte man tatsächlich unter jede Todesnachricht, die in den sozialen Medien verbreitet wird, sein „R.I.P.“ setzen oder sollte man es besser denen überlassen, die diesen Menschen wirklich kannten? Natürlich ist es gut und wichtig, am Schicksal Anteil zu nehmen, doch wird eine oberflächliche Beileidsbekundung dem Verstorbenen und der Trauer der Hinterbliebenen gerecht – so lieb diese auch gemeint ist?

Italienischer Fußballer tot: So bewegend spricht Buffon über den großen Verlust!

Der überraschende Herz-Tod des Florenz-Spielers Davide Astori ist Anlass genug, auch über dieses – zugegebenermaßen schwierige – Thema zu diskutieren. Vielleicht gibt es auch ganz einfach Ausnahmen von der Regel. In diese Richtung geht der Instagram-Post des italienischen Torwarts „Gigi“ Buffon, der sowohl herzergreifende als auch nachdenkliche Worte fand: „Hallo lieber Asto. Ich habe fast noch nie öffentlich über einen Menschen gesprochen. Denn ich habe immer gefunden, dass die Schönheit und Einzigartigkeit einer Beziehung mit gegenseitiger Wertschätzung und Zuneigung nicht ausgenutzt werden sollte. Damit diejenigen, die nicht die Zartheit haben, bestimmte Bindungen zu respektieren, meine Worte nicht ausnutzen. In Deinem Fall fühle ich aber, dass ich eine Ausnahme von meiner Regel machen muss.

Warum ging Buffon diesen für ihn so untypischen Weg? Die Begründung des Torwarts von Juventus Turin: „Weil du junge Familienmitglieder hast, die leiden. Und vor allem dein kleines Mädchen verdient es, zu wissen, dass ihr Vater in jeder Hinsicht eine PERFEKTE PERSON war.“ Buffon adelte den verstorbenen Astori als den „besten Ausdruck einer alten, überholten Welt, in der Werte wie Selbstlosigkeit, Eleganz, Bildung und Respekt die Leitlinien waren“.

Welche Schlussfolgerungen können wir daraus ziehen?

Diese Worte gehen wirklich unter die Haut und doch bleibt eine Frage, die uns alle etwas angeht: Welche Schlussfolgerungen können wir daraus für unseren eigenen Umgang ziehen? Natürlich darf und sollte man seine Trauer zum Ausdruck bringen, wenn einem danach ist. Man muss der verstorbenen oder erkrankten Person nicht begegnet sein, um öffentlich darüber sprechen zu dürfen. Doch vielleicht sollten wir uns alle überlegen, welches die richtigen Worte sind. Ein einfaches „R.I.P.“ ist austauschbar und sagt nichts über den Menschen aus, der von uns gegangen ist. Dementsprechend falsch ist auch unsere Überschrift „Fußballer tot aufgefunden“. Es geht um den Fußballer, den Familienvater und den einzigartigen Menschen Davide Astori, der leider viel zu früh aus dem Leben geschieden ist.

Jeder verbindet doch bestimmt eine persönliche Geschichte oder Erinnerung mit der jeweiligen Person. Trau‘ dich, diese mit der Welt zu teilen. Allerdings gibt es, wie Buffon schon sagte, immer Ausnahmen von der Regel. Deine Worte haben Gewicht und können den Hinterbliebenen Kraft geben.