Aktuelle Olivenöl-Produktionszahlen der weltweit größten Erzeugerländer
Spitzenproduzenten und Produktionsmengen
Die Olivenölproduktion ist stark auf das Mittelmeergebiet konzentriert. Spanien ist seit Jahren mit Abstand der größte Erzeuger für kaltgepresste Olivenöle weltweit, gefolgt von Italien, Griechenland und der Türkei. Die folgende Tabelle zeigt die neuesten verfügbaren Jahresproduktionsmengen der wichtigsten Produktionsländer (Stand 2022) sowie Hinweise auf aktuelle Trends oder jüngste Veränderungen:
Land | Produktion 2022 (Tonnen) | Trend/Entwicklung (in letzten Jahren) |
---|---|---|
Spanien | 665.709 | 2022 außergewöhnlich niedrig (Dürre); normalerweise >1 Mio. t, Erholung 2023/24 📈 |
Italien | 331.038 | Leichte Schwankungen; 2022 leicht unter Durchschnitt, 2023/24 Erholung 📈 |
Griechenland | 313.300 | Schwankend; 2022 hoch, 2023/24 starker Einbruch durch Hitze 📉 |
Türkei | 302.400 | Stark steigend bis 2022; Rekordernte 2022/23 (~450.000 t) danach Rückgang 📉 |
Tunesien | 235.200 | Sehr variabel (Alternanz); Spitzenjahr ~350.000 t, darauf Folgejahr oft <150.000 t |
Syrien | 189.423 | Nach Kriegsrückgang teils erholt; Produktion um ~150–200 Tsd. t, moderate Schwankungen |
Marokko | 181.500 | Allmählich steigend dank Modernisierung; mittlere Schwankungen je nach Regenfall |
Portugal | 137.753 | Deutlich steigend in letzten Jahren (intensive Olivenhaine) 📈 |
(**) Alternanz: Viele Olivenhaine wechseln zwischen sehr ertragreichen und schwachen Jahren.
Entwicklungen und Trends
Spanien bleibt der dominierende Produzent und stellt in der Regel mengenmäßig mehr Olivenöl her als alle anderen Länder zusammen. Allerdings führten extreme Wetterbedingungen (v.a. Dürre) in den frühen 2020er-Jahren zu deutlichen Ernteeinbußen.
So fiel Spaniens Output 2022 auf rund 665.000 Tonnen – weit unter früheren Spitzenwerten (2018/19 wurden über 1 Mio. t erreicht). Italien und Griechenland produzieren jeweils nur etwa halb so viel wie Spanien oder weniger, doch zeigen ebenfalls witterungsbedingte Schwankungen.
Die Türkei hat ihre Produktion in den letzten Jahren stark ausgebaut und zeitweise nahezu das Niveau von Griechenland und Italien erreicht.
Im Erntejahr 2022/23 verzeichnete die Türkei dank neuer Plantagen und guter Erntebedingungen einen Rekordwert (rund 450.000 t, +62 % gegenüber dem Vorjahr), während die traditionellen EU-Produzenten in diesem Jahr unterdurchschnittliche Mengen erzielten. Tunesien als wichtigster Produzent außerhalb Europas unterliegt besonders starken Schwankungen aufgrund des alternierenden Ertragszyklus der Olivenbäume – auf ein Spitzenjahr kann ein Einbruch um mehr als die Hälfte folgen.
Im darauffolgenden Erntejahr 2023/24 zeigten sich erneut Verschiebungen: Spanien und Italien erholten sich von den historisch niedrigen Vorjahreserträgen und steigerten ihre Produktion wieder deutlich (+28 % bzw. +36 %).
Griechenland dagegen musste infolge extremer Hitze einen Einbruch um fast die Hälfte hinnehmen, und auch die Türkei verzeichnete nach dem Rekordjahr einen deutlichen Rückgang (−52 %) auf etwa 215.000 Tonnen.
Insgesamt bleibt Spanien jedoch weltweit führend in der Olivenölproduktion – selbst in schwachen Jahren übertrifft kein anderes Land seine Menge. Für die laufende Saison 2024/25 wird gemäß ersten Schätzungen wieder ein kräftiger Anstieg der Weltproduktion um über 30 % erwartet, wobei Spanien voraussichtlich zu alter Stärke zurückfindet und erneut fast die Hälfte des globalen Olivenöls liefern dürfte.