11 Gründe, warum du kein Model daten willst

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Olivia Alferov
27.12.2018

Ein Model daten ist gar nicht mal so schwer, aber will man das überhaupt?

Eine Dating-App folgt der nächsten. Wir befinden uns in einer Welt, in der wir mit unseren Smartphones alles steuern können: Kommunikation, Organisation und selbst unser Liebesleben findet virtuell statt. Multi-Tasking wird zum Alltags-Sport. Wir müssen auf nichts mehr verzichten, ganz besonders nicht auf das, was sonst von mangelnder Zeit eingeschränkt wäre: Das Kennenlernen von Singles. Aber eigentlich seitdem es das Internet gibt, weiß fast jeder, dass virtuelle Begegnungen ein schlechter Ersatz für besondere Momente im Alltag sind.

Das Selektieren und Auswählen von persönlichen Vorlieben, ob charakterlich oder äußerlich, ist virtuell identisch zur Realität, d.h.: Wenn ich blaue Augen mag, finde ich sie auf einem Foto genauso gut wie in der Realität. Wenn jemand online einen Witz macht, über den ich Lachen kann, würde ich in der Realität genauso darüber lachen. Dennoch sind „Chat-Sympathien“ selten übertragbar auf die Realität. Schon alleine die unterschiedlichen Reaktionen von Dating-App-Nutzern zeigt, wie schwer es überhaupt ist ein „gutes“ Date zu haben.

Man teilt sich allerhöchstens das Laufband im Fitness-Studio.

Als ich Tinder genutzt habe, waren auch viele attraktive Männer dabei. Natürlich spielte auch die Qualität der Fotos eine Rolle: Die professionellsten Fotos sind sofort aufgefallen. Meistens waren es logischerweise Fotografen oder Models. Ja genau, Models. Wenn man nicht in der Mode-Branche arbeitet oder selber Model ist, hat man so gut wie gar keine Berührungspunkte mit Models. Man teilt sich allerhöchstens das Laufband im Fitness-Studio.

Eine Freundin hat mir einmal gesagt: „Es ist immer am besten, attraktive Männer zu daten, aber eben nicht so attraktiv, dass ihm jeder ständig an die Wäsche will. Das ist einfach zu stressig.“ Das ergab wirklich Sinn. Während einige Menschen sehr stolz darauf sind einen Hottie im Arm zu halten, finden es andere bequemer die Oberhand in der Beauty-Abteilung  zu haben. Viele Frauen bevorzugen ein „Down Dating“ in Sachen Attraktivität. Lieber möchte man Ästhetisches und optisch ansprechende schöne Menschen an die Wand hängen und anstarren, anstatt nackt auf ihnen zu sitzen. Die Idee jemanden zu daten, der attraktiver ist als man selbst, kann für viele Frauen sehr einschüchternd sein.

Dennoch hat fast jeder als Teenager für einen schönen Menschen geschwärmt, ob Schauspieler, Popstar oder die Aushilfskraft. Es ist etwas ganz natürliches, dass man gerne schöne Menschen küssen, anfassen oder sonst wie penetrieren möchte. Das psychologische Phänomen wurde schon oft fachlich diskutiert: Gut aussehende Menschen werden von anderen als „bessere Menschen“ wahrgenommen. Sie werden als netter, intelligenter, professioneller und besser zum daten eingeschätzt. Der Autor von „Beauty Pays: Why attractive people are more successful“ („Schönheit zahlt sich aus: Warum attraktivere Menschen erfolgreicher sind“), Daniel Hamermesh, schrieb über die Vorteile: Höheres Gehalt, bessere Job-Chancen, sogar eine größere Kreditwürdigkeit kann vom Aussehen beeinflusst werden.

Model daten: Dann gibt es plötzlich nur die Lust und mich.

Für mich persönlich wird Attraktivität durch verschiedene Parameter definiert. Ausstrahlung, Intelligenz, Charme und Humor sind die gängigsten Merkmale, über die ich mich mit jemand anderem verbunden fühle. Man spricht von einer Chemie, die man nicht wirklich beschreiben kann. Jedoch kann ich nicht ausschließen, dass auch ein heißes Gerät meine volle Aufmerksamkeit bekommen und den Bedarf an Tiefe komplett ausschalten kann. Ich weiß, dass eine nahrhafte Mahlzeit mich länger satt macht und viel gesünder ist, aber wenn ich ein Stück Karamell-Erdnuss-Oreo-Kuchen sehe, dann gibt es plötzlich nur die Lust und mich. Und genau diese Lust verabschiedet den Verstand mit einem warmen Händedruck in den Urlaub und verabredet sich mit männlichen Models. Ciao Ansprüche, hallo Sixpack.

Hier also 11 Gründe, warum auch du kein Model daten willst:

Wenn man ein Model daten will, darf man nicht vergessen: Die anfängliche Kommunikation ähnelt einem schlechten Ficki-Ficki-Roman. Bisschen sexy, bisschen unnahbar, aber alles ist sehr inszeniert und ziemlich unnatürlich. Erste Dates mit Nicht-Models sind genauso unangenehm. Doch trotzdem ist es etwas anderes Mr. Adonis zu treffen.

1

Er musste nie seine Persönlichkeit oder Intelligenz großartig entwickeln

Wer gut aussieht, muss sich nicht anstrengen. Schon in der Grundschule waren die Schulsprecher auch diejenigen, die ziemlich viel Glück hatten mit ihrer DNA. Die wichtigsten Aufgaben im Alltag eines Models sind Fitness, Hygiene und das Beantworten von Anrufen oder Emails. Falls jemand ein Model sieht, das echte Literatur liest, kann die Person sich gerne bei mir melden.

2

Er braucht ständig Bestätigung

Er ist es gewohnt, dass man ihm sagt, wie gut er aussieht. Die Konkurrenz ist groß. Wenn er sich durchsetzen will, sollte sein Instagram-Account mindestens 3 Milliarden Kommentare über sein süßes Lächeln oder seine sexy Bauchmuskeln haben. Sätze wie „OMG so fuckin‘ hot“ oder eine Reihe von Emojis sind ein gute Basis für sein falsches Selbstwertgefühl. Noch wichtiger ist positives Feedback nach einem miesen Casting. Irgendwie muss er doch diese innere Leere kompensieren.

3

Er ist immer unterwegs

Selbst wenn er extrem unmotiviert in seinem Job wäre, ist das die Basis für das Modeln: Reisen. Wenn er international tätig ist, dann wechselt er sogar regelmäßig die Kontinente. Feste Beziehungen sind eher hinderlich, belastend und auch sehr anstrengend, denn sie passen nicht in die Gucci-Reisetasche.

4

Er ist nicht sonderlich gut im Bett

Der größte Trugschluss überhaupt: Gutes Aussehen ergo große Potenz. Falsch! Warum sollte er sich im Bett anstrengen? Es reicht ja schon, dass er seinen verwegenen Model-Blick aufsetzt und schon vergisst Frau ihren eigenen Namen.

5

Er hat keinen Humor

Er musste nie lernen wirklich witzig oder schlau zu sein, er hat auch einfach so bekommen was er wollte. Nur durch sein Aussehen, kann er die komplette Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Am besten ist es, wenn er in warmen Ländern lebt. Dann kann er schweigend, oben ohne versteht sich, neue beste Model-Freunde finden.

6

Er ist nicht monogam

„Mein Freund ist aber treu! 100 Prozentig“. Bitch, please! Er ist umgeben von perfekten Frauen, eine schöner als die andere. Ständig bekommt er Komplimente und wird hart angebaggert. Da passiert ein Seitensprung relativ schnell. Nicht zu vergessen, dass ja attraktive Menschen noch viel eher davon kommen und ihnen verziehen wird.

7

Er hat keine besonderen Fähigkeiten

Es passiert natürlich auch mal, dass das eine oder andere männliche Model eigentlich Medizinstudent ist und neben seinem Studium vor der Kamera jobbt. Aber das passiert eher selten. Alle Ansprüche an Models sind oberflächlicher Natur. Man fragt ihn am Set definitiv nicht nach seiner Meinung oder seinen Interessen. Da, wie schon gesagt, die Konkurrenz groß ist, sieht man immer häufiger auf Social Media-Kanälen der Male-Models viele Oben-Ohne-Aktivitäten: Shirtless am Piano, Shirtless beim Kochen, Shirtless mit Tieren spielen… Da kann man sich einfach nur verlieben. NICHT!

8

Er ist zu jung, egal wie alt er ist


Welche Verantwortung hat ein Model in seinem Job? Er sollte beim Shooting keinen Durchfall haben und am besten auch keine Blutergüsse an erkennbaren Stellen. Ansonsten sind seine Aufgaben relativ überschaubar. Egal wie lange er schon modelt, musste er nie wirklich erwachsen werden:

Ein Zehn-Eier-ohne-Eigelb-Omelette zählt als Kochen. Ein Schlüssel zu einem Appartement gilt als häuslich. Und Selfies an den Agenten schicken ist Self-Employed-Business.

9

Er ist nicht geerdet

Es gibt viele Klischees, welche häufig leider wahr sind. In der Model-Branche gibt es viele Partys. Viele Drogen. Viele Exzesse. Berührungspunkte zu Superlativen passieren schnell. Wie soll er da irgendwie geerdet oder häuslich sein, wenn er ständig ein Feuerwerk der Exzentrik erlebt? Diese Woche Nackt-Rave in Brooklyn, nächste Woche Skaten auf dem Rodeo Drive. Ein solides Leben und ein normaler Alltag sind unglaublich langweilig für ihn. Dann müsste er sogar vielleicht nachdenken. Über sich. Und sein Leben. Wie unangenehm!

10

Er ist selbstverliebt

Jeder hat heutzutage eine Profilneurose. Models haben sogar ein überdimensionales Geltungsbedürfnis und finden sich oft im Größenwahn wieder. Beim ersten Date sagte ein Model mal zu mir: „Wenn du nicht 100%ig tierische Lust verspürst, wenn du mich siehst, dann können wir das Date auch abbrechen“. Ich hab plötzlich verstanden, wie das sein muss, wenn Kanye West seine große Liebe Kanye West datet.

11

Man muss genauso oberflächlich sein

Als Frau braucht man großes Selbstbewusstsein, wenn man neben jemandem liegt, der für sein Trizeps bezahlt wird, während man überlegt wie man sich sexy ohne Speckfalte positionieren kann. Meistens wirkt man genauso gekünstelt wie das muskulöse Schmuckstück nebenan. Unsexy!